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Wenn ich an die Einrichtung meines Jugendzimmers zurückdenke, dann weiß ich noch genau, wie ich stundenlang über Farben und Möbel nachgegrübelt habe. Das Jugendzimmer einrichten ist eine echte Herausforderung, denn hier soll alles auf einmal passen: Schlafen, Lernen, Freunde treffen und die eigene Persönlichkeit zeigen. Ich habe selbst drei Zimmer für meine Kinder geplant und dabei so einige Fehler gemacht. Der wichtigste Tipp, den ich geben kann: Fangt mit der Grundfläche an. Messt alles genau aus, denn ein 12 Quadratmeter großer Raum verträgt keine überdimensionierten Möbel. Mein Sohn hatte ein schmales Zimmer, und ich habe gelernt, dass ein Bett mit 90 mal 200 Zentimetern oft völlig ausreicht, um Platz für einen Schreibtisch zu schaffen.

Eine Wersalka ist die klassische Lösung für kleine Räume. Sie vereint Sitz- und Liegefläche in einem Möbelstück und spart enorm viel Grundfläche. Ich erinnere mich an die Wohnung meiner Cousine, wo sie eine solche Kombination hatte. Tagsüber war es eine gemütliche Ecke mit Kissen, nachts ein bequemes Bett für zwei Personen. Der Nachteil ist oft der fehlende Stauraum, aber das lässt sich mit cleveren Körben oder Regalen ausgleichen. Wenn ihr eine Wersalka wählt, achtet auf eine ausreichende Liegefläche von mindestens 140 mal 200 Zentimetern, damit auch größere Jugendliche gut schlafen können.

Ein häufiges Problem in meiner Wohnung war der Mangel an Ablageflächen. In einem kleinen Raum sammelt sich schnell Krimskrams an, und das sieht unordentlich aus. Also habe ich ein Regal an der Wand montiert, das bis zur Decke reicht. Darauf stehen jetzt meine Lieblingsbücher, ein paar Pflanzen und eine kleine Lampe. Der Trick ist, vertikalen Platz zu nutzen, anstatt alles auf dem Boden zu verteilen. Ich habe auch einen klappbaren Esstisch gekauft, der bei Bedarf ausgeklappt wird und ansonsten platzsparend an der Wand hängt. Das war eine der besten Entscheidungen, weil ich jetzt ohne Probleme vier Personen zum Abendessen einladen kann.

Bei der Planung eines offenen Wohnbereichs denke ich immer an die täglichen Abläufe. Morgens frühstücken wir am Tisch, nachmittags sitzen wir auf der Couch, abends kochen wir in der Küche. Alles fließt ineinander. Das erfordert eine flexible Einrichtung. Ich habe zum Beispiel einen Esstisch, der sich ausziehen lässt. Für zwei Personen reicht die kleine Fläche, aber wenn Gäste kommen, wird er groß. Dazu passen stapelbare Stühle, die im Schrank verschwinden, wenn sie nicht gebraucht werden. So bleibt der Raum luftig. Ein weiterer Tipp: Hohe Regale oder offene Fächer vermeiden, weil sie den Blick stören. Stattdessen setze ich auf niedrige Möbel, die den Raum optisch weiten. Ein Sideboard unter dem Fenster bietet Stauraum, ohne die Sicht zu blockieren.

In kleinen Wohnungen, in denen jeder Quadratmeter zählt, wird ein Teppich oft zur multifunktionalen Lösung. Er kann den Essbereich vom Wohnbereich trennen, ohne eine Wand zu bauen. Ich habe einmal einen Raum gestaltet, in dem die Couch mit Schlaffunktion und ein Esstisch auf nur 20 Quadratmetern untergebracht waren. Der Teppich unter der Couch markierte die Wohnzone, während der Boden davor frei blieb. So wirkte der Raum größer, als er war. Aber Vorsicht: Wenn der Teppich zu nah am Esstisch liegt, sammeln sich dort schnell Krümel. In solchen Fällen rate ich zu einem Teppich mit kurzem Flor, den man einfach ausschütteln kann. Oder man legt einen Läufer unter den Tisch, statt einen großen Teppich. Die Wahl hängt auch von der Nutzung ab: Wenn Sie oft Gäste haben, die auf der Couch übernachten, sollte der Teppich robust genug sein, um das Ausklappen der Schlaffunktion zu überstehen. Ein dünner Teppich reißt sonst schnell an den Kanten. Ich empfehle hier eine dichte Webart, wie sie bei Berberteppichen üblich ist. Die sind strapazierfähig und sehen trotzdem edel aus.

Die Farbgestaltung unterschätzen viele. Helle Töne lassen Räume größer wirken, aber Jugendliche wollen oft knallige Akzente. Mein Rat: Streicht die Wände in einem neutralen Weiß oder Hellgrau und setzt mit Textilien wie Vorhängen, Teppichen oder Bettwäsche Farbtupfer. So könnt ihr den Look leicht verändern, wenn der Geschmack sich wandelt. Meine Nichte hatte mit 14 plötzlich keine Lust mehr auf Pink, und wir mussten nur die Kissen und Decken austauschen – die Grundfarbe blieb. Das spart Geld und Nerven, denn Jugendzimmer einrichten ist keine einmalige Sache, sondern ein Prozess.

Das Jugendzimmer einrichten wird noch kniffliger, wenn ihr Geschwister habt, die sich ein Zimmer teilen. Dann müsst ihr jeden Zentimeter optimal nutzen. Ein Hochbett mit Schreibtisch darunter schafft zwei Ebenen und gibt dem unteren Kind einen eigenen Bereich. Ich habe bei Freunden gesehen, wie zwei Brüder so harmonisch nebeneinander leben konnten. Wichtig ist eine gute Trennung der Zonen: Der Schlafbereich sollte ruhig sein, der Lernbereich hell und der Spielbereich frei von Stolperfallen. Vergesst nicht, dass jedes Kind seine eigene Ecke braucht, selbst wenn sie nur durch einen Vorhang abgeteilt ist.

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